Die Prüfung in der Radiologie

Auch die Prüfung in der Radiologie war eine der vielen Multiple-Choice-Klausuren im klinischen Abschnitt. Vor dieser Prüfung hatte ich noch keine Vorstellung davon, welche Inhalte relevant sein würden. Sollte ich lernen, Röntgenbilder systematisch auszuwerten? Oder waren eher MRT- und CT-Aufnahmen gefragt? Inwieweit musste ich die Gefäßverläufe kennen? In diesem Bericht möchte ich Dir zeigen, wie ich mich vorbereitet habe und wie die anschließende Klausur für mich lief.

Orientierung im umfangreichen Fach

Die Radiologie ist ein großes Fach und umfasst den gesamten menschlichen Körper. Das machte es für mich natürlich schwierig einzuschätzen, wie viel Zeit ich tatsächlich in die Vorbereitung investieren musste, um in der Klausur gut abzuschneiden. Auch die Radiologievorlesungen halfen mir dabei nicht weiter. Sie waren über die vergangenen Jahre so verteilt gewesen, dass ich mich kaum noch an die Inhalte erinnerte. Ich schaute in die Vorlesungsfolien hinein, doch diese behandelten meist sehr spezifisch eine bestimmte Erkrankung, die damals besprochen worden war. Es half jedoch alles nichts. Ich musste anfangen, meine Unterlagen zu sortieren und mir einen Überblick zu verschaffen. Da ich die Klausur im achten Semester schrieb, hatte ich bereits etwas Erfahrung mit dem Prüfungsschema der Multiple-Choice-Klausuren gesammelt.

Lernen mit Altfragen

Aus meiner Erfahrung wusste ich, dass Altfragen enorm weiterhelfen konnten. Also begann ich damit, sämtliche Altfragen der Radiologie aus den Gedächtnisprotokollen in Anki-Karten umzuwandeln – mehr dazu in einem anderen Bericht. Dabei fiel mir auf, dass viele Fragen Bilder enthielten. Dabei handelte es sich teilweise um Röntgenaufnahmen oder CT- und MRT-Aufnahmen. Damit war meine vorherige Frage beantwortet. In diesem Fach war es jedoch besonders schwierig, mit Altfragen zu arbeiten. Da unsere Universität keine offiziellen Altfragenprotokolle zur Verfügung stellt, bestanden die verfügbaren Unterlagen aus Gedächtnisprotokollen höherer Semester. Diese sind qualitativ nicht so gut wie offizielle Dokumente. In den Altprotokollen der Radiologie waren daher keine Originalbilder vorhanden. Stattdessen hatten sich die Studierenden die Mühe gemacht, ähnliche Aufnahmen im Internet zu suchen oder die Bilder möglichst präzise zu beschreiben, wenn sie keine passenden Aufnahmen fanden. Ich fühlte mich etwas unwohl dabei, die Fragen stumpf auswendig zu lernen, ohne die richtigen Aufnahmen zu haben. Doch zunächst blieb mir nichts anderes übrig. Im Hinblick auf die Klinik wollte ich einige Bilder auswerten und vor allem relevante Pathologien erkennen können. Das war mit den Altfragen nicht möglich, weshalb ich mich weiterhin unvorbereitet fühlte.

Das Radiologie-Repetitorium

Drei Tage vor der Klausur fand das Radiologie-Repetitorium statt. Bis dahin hatte ich alle Altfragen bearbeitet, sodass ich etwas vorbereitet hineinging. Der Dozent hatte eine Präsentation vorbereitet und gab uns enorm viele Tipps für die Klausur. Er gestaltete das Repetitorium sehr frei, gab bei den Bildaufnahmen den Laserpointer an unterschiedliche Studierende weiter und verlangte von uns, das Bild korrekt zu beschreiben und am Ende die Pathologie zu benennen. Dadurch war dieses Repetitorium viel interaktiver als alle, die ich bis dahin erlebt hatte. Alle Studierenden hörten aufmerksam zu, da niemand wusste, wer als Nächstes den Laserpointer bekommen würde. Ich versuchte, alles zu notieren, und glich meine Aufzeichnungen später noch mit denen anderer Kommilitonen ab. Es war das beste Repetitorium, das ich bis dahin besucht hatte, und half mir enorm bei der weiteren Vorbereitung und in der Klausur. Nach dem Repetitorium ging ich mit einem guten Gefühl nach Hause. Ich hatte einige bildgebende Aufnahmen gesehen, erkannt, welche Themen ich noch nicht so gut beherrschte, und bereits während des Repetitoriums dazugelernt. Außerdem bemerkte ich bei den Aufnahmen, dass ich aufgrund meiner klinischen Praktika bereits Unregelmäßigkeiten erkennen konnte. Nun musste ich mich bei der Vorbereitung nur noch auf meine Lücken konzentrieren und die mitgeschriebenen Notizen durcharbeiten.

Die Klausur

Die Klausur dauerte insgesamt 45 Minuten und enthielt 20 Multiple-Choice-Fragen. Der größte Teil bestand aus Altfragen. Zudem fanden sich viele der im Repetitorium erwähnten Themen in den Fragen wieder. Ich war daher ziemlich sicher bei meinen Antworten und bereits nach 15 Minuten mit der Klausur fertig. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl und war froh, dass das Repetitorium so kurzfristig angeboten worden war. Es hatte mir in dieser Klausur sehr geholfen. Ich hatte nicht nur stumpf Altfragen auswendig gelernt, sondern konnte auf den Bildern Befunde erkennen und beurteilen – eine Fähigkeit, die später im Berufsleben wichtig sein wird.

Mein Fazit

Ich kann Dir nur wärmstens ans Herz legen, die Repetitorien an der Universität zu besuchen! Gerade wenn Du nicht genau weißt, wie Du mit dem Lernen beginnen sollst, helfen sie Dir dabei, das Fach zu strukturieren – so wie es bei mir in der Radiologie der Fall war.

Autorin: Saher Dilshad