Die Immunologie Klausur war – zusammen mit der Klausur in Mikrobiologie – die erste Multiple-Choice-Klausur in diesem Studium und in meinem Leben gewesen. Diese stand im fünften Semester an. Ich war bei dieser Klausur sehr ratlos, wie ich sie angehen sollte. Wir hatten viele Gerüchte gehört, dass die Klausur sehr spezifisch sein soll und man wirklich gut vorbereitet in diese gehen sollte. Da sich jedoch auch zu diesem Zeitpunkt das Lernen umstellte und das Klausurformat gänzlich unbekannt war, konnte ich mit dieser Aussage nicht viel anfangen.
In diesem Beitrag möchte ich Dir also berichten, wie meine Vorbereitung für diese Klausur aussah und wie ich sie letzten Endes meisterte. Die Vorbereitung für das Fach Immunologie gingen schon sehr früh los. In den ersten Semestern meines Studiums war ich immer recht gut mit der Einstellung „Vorlesungen, die jetzt noch nicht Klausurrelevant sind, werden nicht besucht“ gefahren, doch bei Immunologie war ich dies zum Glück anders angegangen.
Im vierten Semester beschäftigten wir uns in den POL-Stunden zunehmend mit infektiösen Erkrankungen, weshalb die Immunologie sehr relevant wurde. Ich hatte in den letzten Semestern immer wieder immunologische Sprechstunden besucht, doch recht schnell bemerkt, dass mir diese nicht besonders weiterhalfen.
Im vierten Semester gab es zum Glück eine andere Lösung. Ein ehemaliger Dozent bot jeden Mittwochmorgen um 7 Uhr eine immunologische Sprechstunde an. Diese war etwas gelöster von den POL-Fällen führte uns jedoch durch die komplette Immunologie anhand von selbst erarbeiteten Schaubildern und brachte viel Licht ins Dunkle. Zugegeben, die Uhrzeit war etwas gewöhnungsbedürftig, doch diese fakultative Lehrveranstaltung beinhaltete jedes relevante Thema und der Dozent schaffte es, jedes noch so komplexe Thema verständlich darzustellen. Ich habe diese im vierten Semester sehr gerne besucht und fleißig mitgeschrieben. Endlich machte mir die Immunologie wieder Spaß und ich konnte vieles aus der Schulzeit (Leistungskurs Biologie) mit den neuen und tiefgehenderen Themen verknüpfen. Nach einiger Zeit sprach sich auch in unserem Semester herum, dass diese Lehrveranstaltung sehr gut alles zusammenfasste, weshalb nach einigen Wochen dieser Kurs enorm gut besucht war.
Viele meiner Kommilitonen gingen auch zu der regulären Immunologie Sprechstunde, da die Fragen der Klausur von diesem Dozenten kommen sollten. Dies schaffte ich aus Zeitgründen jedoch nicht.
Nach dem vierten Semester ging es in etwas verkürzte Semesterferien, bevor es dann mit der Klausur weiterging. Es wäre wahrscheinlich sinnig gewesen, im Hinblick auf die Klausur die Immunologie in den Ferien zu vertiefen, damit man hinterher nicht so viel Arbeit hat. Dies hatte ich nicht gemacht, weshalb ich im fünften Semester etwas hinterher hing.
Nach einer Weile hatte ich jedoch das Gefühl, die groben Abläufe zu kennen. Als ich dann jedoch die Anki Karten einer Kommilitonin zu diesem Fach durchging, merkte ich, dass mein Wissen viel zu oberflächlich war. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich dies jedoch nicht so gut einschätzen, da ich von der Vorklinik wusste, dass die Karten meiner Kommilitonin meistens zu spezifisch und einige irrelevant sind. Ich schloss diese also schnell wieder und konzentrierte mich ausschließlich auf meine Lernunterlagen.
Da die Uni keine offiziellen Dokumente bezüglich der Altklausuren herausgibt, kannte ich diese auch nicht und hatte mich mit keinen Altfragen beschäftigt. Dies war einer meiner größten Fehler während der Vorbereitung, wie ich dann auch später in der Prüfung feststellen durfte. Die Prüfung wurde vor Ort noch auf Papier geschrieben und dauerte insgesamt 45 Minuten. Es kamen 20 Multiple-Choice-Fragen dran und ich brauchte 12 richtige Antworten, um zu bestehen. In der Klausur merkte ich, dass die Antwortmöglichkeiten teilweise sehr ähnlich waren, sodass ich mir oft nicht die richtige Antwort erschließen konnte. Mein Wissen war leider wirklich zu oberflächlich, weshalb ich viele Fragen raten musste. Ich ging dementsprechend mit einem extrem schlechten Gefühl aus der Klausur raus und hoffte auf ein Wunder, welches jedoch nicht eintrat.
Ich war sehr enttäuscht, als ich sah, dass ich die Klausur nicht bestanden hatte. Dies war das erste Mal in meinem Studium der Fall und ich wusste im ersten Moment nicht so recht, wie ich damit umgehen sollte. Nachdem ich ein wenig über meine Schwierigkeiten nachgedacht hatte, wusste ich jetzt jedoch, was ich in meiner Vorbereitung ändern musste, um diese Klausur zu bestehen. Außerdem hatte ich nun durch diese Erfahrung gelernt, wie diese Klausuren aufgebaut waren und in welcher Tiefe die Fragen gestellt wurden.
Ein halbes Jahr später holte ich diese Klausur nach und konzentrierte mich bei meiner Vorbereitung auf die Anki Karten meiner Kommilitonin und auf die Altfragen aus den Gedächtnisprotokollen der höheren Semester. Dadurch wurde die Klausur ein Kinderspiel, weshalb ich Dir hier nur nochmals dringend raten kann, Dich intensiv mit den Altfragen deiner Universität zu beschäftigen. Leider hat uns auch die Universität bei der Vorbereitung etwas im Stich gelassen. Ich hätte mir gewünscht, dass wir noch mal über das Format der Klausur besser aufgeklärt werden und dementsprechend lernen, wie sehr sich dieses von den vorangegangen MEQs unterscheidet. Dadurch hätte ich vielleicht die Klausur schon im ersten Anlauf bestanden und obwohl ich Spaß an dem Fach habe, nicht solche Schwierigkeiten während der Klausur gehabt.
Ich würde Dir deshalb empfehlen, Dich frühzeitig mit diesem Thema zu beschäftigen und Dir Hilfe bei Kommilitonen oder Studenten aus höheren Semestern zu suchen, damit Du mit diesem Format besser zurechtkommst und die Klausuren schon beim ersten Mal bestehst.
Autorin: Svetlana Avetisyan